Naturschauspiel der Märzenbecher
Wenn die Temperaturen im Frühling milder werden und die Frühlingssonne den Schnee im Tal geschmolzen hat, zeigen sich die Märzenbecher auch im Polenztal.
In den angrenzenden Dörfern überziehen sie dann oft schon viele Wiesen mit ihrem leuchtenden Weiß.
Anfang März wird das Tal zu einem besonderen Ausflugsziel, wenn unzählige Märzenbecher (Leucojum vernum) der Landschaft aus Wiesen, Wasser und Gestein ein frisches Gesicht verleihen.
Die geschützten Zwiebelblumen aus der Familie der Amaryllengewächse sind in Südeuropa heimisch. Hier im Polenztal liegt wohl eines der nördlichsten natürlichen Verbreitungsgebiete der Frühlings-Knotenblume.
Foto: T. Wehner, Märzenbecherwiese im Polenztal
Die anmutigen Märzenbecher sind zarte Frühlingsboten, die mit ihrem eleganten Blütenstand verzaubern. Die Glockenform der weißen Blüten mit den markanten gelben Pünktchen erinnert an große Schneeglöckchen. Im Frühjahr zeigen sich die ungefüllten Blüten als leicht herunterhängende Glöckchen und ziehen die ersten Bienen und Insekten an. Für die Tiere bieten die Märzenbecher eine wichtige Nahrungsquelle nach dem langen Winter.
Foto: M. Schäfer, Märzenbecher im PolenztalDie Zwiebelblume wächst aufrecht, grazil und wird bis zu 30 cm hoch. Die schmalen, glänzenden Blätter geben der Pflanze ihr charakteristisches Aussehen. Nach der Blüte sammeln die Blätter Energie für das nächste Frühjahr. Die schwarzen, kugeligen Samen reifen in den Samenkapseln. Diese werden hauptsächlich von Tieren verbreitet. Im Frühsommer zieht sich das Zwiebelgewächs wieder in eine Ruhephase zurück, um im nächsten Frühjahr mit seiner Blütenpracht erneut Mensch und Tier zu verzaubern.
Die Märzenbecher gelten nach der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt und auf der Roten Liste als gefährdet.
Die Wiesen mit den Märzenbechern stehen unter Naturschutz und dürfen nicht betreten werden.
Ursachen für die Gefährdung sind in erster Linie Eingriffe in den Lebensraum der Pflanze. Ebenso tragen Wildverbiss und Sammler zur Bestandsminderung bei.
Daher ein wichtiger Hinweis:
Wer gern selbst die zarten Frühblüher in seinem Garten haben möchte, muss in ein Gartencenter gehen! Die Märzenbecher in der freien Natur auszugraben, ist verboten.
Informationen zur Märzenbecherblüte im Polenztal und in den angrenzenden Dörfern gibt es im
„Märzenbechertagebuch“.
Der Block ist von der Tourist-Information Stolpen seit 2011 online und informiert über Neuigkeiten und Wissenswertes rund um die Märzenbecherblüte.
Maerzenbechertagebuch.blogspot.com
Hinweise:
Für eine Wanderung zu den Märzenbechern benötigen Sie unbedingt festes Schuhwerk und die entsprechende Trittsicherheit.
Zur Blütezeit der Märzenbecher sind Wanderparkplätze eingerichtet und gut ausgeschildert.
Unter anderem in Heeselicht auf der Scheibenmühlenstraße oder in Cunnersdorf.
Rundwege ins Tal und zu den Märzenbecherwiesen sind gut sichtbar markiert.
Foto: M. Schäfer, Märzenbecherrundweg Heeselicht